Kritik vom 2.11.2009 zum 125-jährigen ALDER JUBILÄUM

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Ein würdiger Schlusspunkt

125 Jahre Musikanten-Dynastie Alder: Ein Grund zum Feiern, mehrfach. Zum Abschluss der Jubiläumsaktivitäten gaben die Alderbuebe zusammen mit Jodlerin Nadja Räss und Flamencotänzerin Bettina Castaño ein stimmungsvolles Konzert.

Die "Alderbuebe" mit Flamencotänzerin Bettina Castaño

DAVID SCARANO

URNÄSCH. Sie sind schweizweit ein Begriff und stehen für die Appenzeller Musik schlechthin: die Musikanten-Dynastie Alder aus Urnäsch. Vor 125 Jahre wurde die Streichmusik von den Brüdern Johannes und Ulrich Alder gegründet. Dieses grosse Jubiläum musste natürlich gefeiert werden. So vielfältig die Alder-Musikanten waren und sind, so vielfältig fielen die Festivitäten aus. Den Auftakt machte der ewig tüftelnde Werner Alder Mitte September, der zugleich sein 30-Jahr-Jubiläum als Hackbrettbauer beging. Danach folgten die «Alten», also die Streichmusik Alder, bei deren Konzert sogar der abgewählte Bundesrat Christoph Blocher anwesend war. Vor rund einer Woche stellte Noldi Alder seine neue CD vor.

Am gleichen Ort, in der reformierten Kirche Urnäsch, lag es an den Alderbueben, am Wochenende den Schlusspunkt unter die Jubiläumsaktivitäten zu setzen. Und wie in den vorangegangenen Konzerten waren auch diese ein Publikumserfolg. Aufgrund der grossen Nachfrage wurde nicht nur ein Zusatzkonzert organisiert, sondern alle drei Veranstaltungen waren auch schnell ausverkauft. Am Samstag etwa war das Zuschauerinteresse derart gross, dass zusätzliche Stühle aufgestellt werden mussten. Schliesslich sahen weit über 400 Personen den stimmungsvollen Auftritt der Alderbueben.

Mehr als nur eine Hommage

Ihrem eigenen innovativen und neugierigen Geist verpflichtet, war das Konzert weit mehr als nur eine Hommage an die 125jährige Geschichte der Musikantenfamilien. Verstärkt durch die Flamenco-tänzerin mit Teufner Wurzeln, Bettina Castaño, sowie durch die Jodlerin Nadja Räss boten Walter Alder, Willi Valotti, Michael Bösch und Köbi Schiess ein vielschichtiges Konzert. Zum Einsatz kamen am Abend auch Susanne Alder, Walter Alder junior und Christian Müller, die zusammen mit Walter Alder die Jungstriichmusig Alder bilden, so dass schliesslich alle aktiven Alder-Formationen am Jubiläum beteiligt waren.

Kunterbunt

Das Konzert war ein gelungenes Mit- und Nebeneinander. Nach einem gemeinsamen Beginn boten die Alder den angekündigten Querschnitt durch das musikalische Erbe der Alder-Dynastie und durch ihr reichhaltiges Repertoire stellenweise solo. In regel-mässigen Abständen stiessen Bettina Castaño und/oder Nadja Räss hinzu. Zu hören waren traditionell Appenzellisches, aber auch osteuropäische Klänge oder unkonventionelle Töbi-Tobler-Komposi-tionen. Eines der vielen Highlights des Abends waren die gemeinsame Improvisation von Nadja Räss und Bettina Castaño, begleitet von den talerschwingenden Alderbueben. Vor allem die temperamentvolle, kraftvollen, wirbelnde «Fussarbeit» der Flamencotänzerin begeisterte die Zuschauer. Diese waren am Ende der Vorstellung so vom Gebotenen angetan, dass sie gleich mehrmals um eine Zugabe baten und diese auch erhielten.

Das Konzert war der würdige Abschluss für das grosse Jubiläum der einzigartigen Musikanten-Dynastie.

„Musik muss gefühlt werden um sie in Tanz umzusetzen.“

Bettina Castaño