Appenzeller-Musik und Flamencotanz - das geht doch nicht! DOCH!

Oberwil Lieli 28. Septembeer 2012

Das Publikum in der vollbesetzten Aula am vergangenen Samtag liess sich wohl in vier Gruppen einteilen: Jene, die in erster Linie wegen der Alder-Buebe kamen, eine zweite, weil sie Flamenco-Tanz lieben, die dritte, die diese Begegnung der zwei Kulturen schon einmal erlebt hatten, und schliesslich die vierte Gruppe, die neugierig war, und nicht so recht glauben mochte, dass sich Appenzeller-Streichmusik und Flamenco-Tanz miteinander vereinbaren lassen.

Und diese vierte Gruppe wurde vom ersten Moment an gründlich eines Besseren belehrt. Was die Alder Buebe und Bettina Castaño einen Abend lang boten, war schlicht und einfach umwerfend!

Die vier Musiker (Walter Alder, Michael Bösch, Willi Valotti und Köbi Schiess) boten den ganzen Abend ein für sie typisches Klangbild, brachten aber neue Formen in die traditionelle Musik und integrierten gekonnt Musik aus anderen Ländern in ihr Klangbild.

"Volksmusik muss sich entwickeln, darf sich beeinflussen lassen und beeinflusst auch andere Musikarten. Sie darf nicht aus reinem Purismus in ihren eigenen Formen erstarren", so Köbi Schiess.

Dies trifft auch voll und ganz auf Bettina Cataño zu. Sie ist Spanierin, im Appenzell aufgewachsen und Leiterin einer Flamenco-Schule in Sevilla (Spanien). Wie sie Flamenco-Tanz, weiche und temperamentvolle Bewegungen in die Musik der Alder Buebe einfügt, um dann wieder voll von der Musik eingenommen zu werden, lässt sich nicht beschreiben, das muss man einfach erlebt haben!

So war es auch nicht verwunderlich, dass der Applaus des Publikums mit stehenden Ovationenwirklich nicht enden wollte - ein Abend, der noch lange in Erinnerung bleiben wird!

WOCHENFALTER Robert Brendlin

„Musik muss gefühlt werden um sie in Tanz umzusetzen.“

Bettina Castaño