Kritik Hameln 22. März 2010

DEWEZET Kultur

Spanische Leidenschaft und indische Einflüsse

Im Theater trifft Flamenco auf Perkussion

VON ANDREA GERSTENBERGER

Hameln. Den Puls Indiens auf der Theaterbühne zu erleben, bescherte am Donnerstag ein beeindruckendes Erlebnis für ein Publikum, das mit frenetischem Beifall dankte. Bettina Castaño lebt den Flamenco und belebt ihn – mit dem Auflebenlassen indischer, persischer und maurischer Einflüsse, die diesen Tanz prägen. So entbrannte über zwei Stunden ein atemberaubendes Feuerwerk aus traditioneller spanischer Leidenschaft und den heiligen Rhythmen indischer Tempelmusil

Bettina Castaño wird vom indischen Meister des Perkussionsinstru-mentes Chenda, Mattanur Sankarankutty, und von Karuna Moorthy, einem begnadeten Tavilspieler, begleitet. In zwei Solostücken spielten sie sich für ihre Instrumente in einen Rausch und zogen auch als Begleitung der Gruppe in ihren Bann.

In ihren Tanzpassagen verbindet Bettina Castaño spanisches Temperament mit einer explosiven Kraft. Mal hochgradig beherrscht, dann furios und stürmisch stampfend, und nach der Pause zart schwebend, zeigt sie den Facettenreichtum des Flamenco. Wichtiger Partner im klassischen spanischen Flamenco ist der Palmero. Hier war es David Hornillo, wie Bettina Castaño aus Sevilla, der mit seinen rhythmischen Klatschen und für unsere Ohren etwas skurrilen Gesang für spanisches Flair sorgte.

Weiteres Highlight waren die gut gespielten Flamenco-Gitarren. Was für ein Auftakt von El Espina und Mariano Campallo! Auch im zweiten Teil sorgten sie mit wunderbaren Melodien für einen außergewöhnlichen Hörgenuss: einfach toll! Musik zum Reinschlüpfen und Wohlfühlen. Beide vereint eine geniale Fingerfertigkeit, gepaart mit Spielfreude, perfekt aufeinander abgestimmt.

„Musik muss gefühlt werden um sie in Tanz umzusetzen.“

Bettina Castaño