Auf der Suche dnach den Wurzeln des Flamencos begab sich gestern Abend die bekannte Flamencotänzerin Bettina Castaño mit ihrem aktuellem Programm „Pulse of India“.

Von Mathias Lindner:

Sehr abwechslungsreich gestaltete sich der von Bettina Castaño nachempfundene Flamenco indischen Ursprungs. Somit war es nicht nur ein temperatmentvolles Feuerwerk, sondern auch gefühlvolles In-Sich-Gekehrt-Sein. Die Wurzeln dieses Tanzes, die tatsächlich im indischen-arabischen Raum liegen, geben dem Flamenco eher einen introvertierten Charakter mit einem Ausdruck tiefster Emotion. Beim „indischen" Flamenco wurde bedeutend mehr improvisiert als choreographiert – und der Flamencoexpertin aus Sevilla ist die Symbiose zwischen den aus europäisch durchdachten und dem exotisch-meditativen Tanz sehr gelungen. Sie kann mit ihren ungewöhnlichen Schuhen rasant die Bühne behämmern, aber auch zart, geschmeidig, bis in die Fingerspitzen die Tempeltänzerin im Flamenco integrieren.

Bettina Castaños Vortrag war von großer Intensität, egal welcher Art Gefühlsregung sie sich widmete mit ungewöhnlichen und verspielten Bewegungen stellte sie ihre Eigenart her. Unterstützt wurde sie dabei von einer erstklassigen Musikercombo: zwei brillante Flamencogitarristen. Beide begeisterten gleich mit ihrem ersten Duo das Publikum. Der Gesang sorgte vor allem für einen melancholischen Einschlag.

Und zwei indische Perkussionisten für Tavil und Chenda waren mit ausgelassenem Humor beim Trommeln und lieferten sich richtige Duelle – betrieben aber auch „seltsame Kommunikation".

Obwohl im Theater Hameln nur ein Drittel der Plätze belegt waren, kam der Applaus so lebendig brausend, als wäre das Haus voll.

„Musik muss gefühlt werden um sie in Tanz umzusetzen.“

Bettina Castaño