Kritik vom 10.5.2010

 

Zürich

Flamenco bezirzt Volksmusik

Von Silvio Seiler.

Famenco-Tänzerin Bettina Castaño begeisterte am Freitag beim Auftritt mit den Alderbuebe in Brüttisellen.

Wangen-Brüttisellen - 170 Besucher stellen sich im Gsellhof dieselbe Frage: Ein gemeinsamer Auftritt der Appenzeller Volksmusik-Formation Alderbuebe (Walter Alder, Hackbrett; Michael Bösch, Violine; Fränggi Gehri, Akkordeon; Köbi Schiess, Bass) und der Flamenco-Tänzerin Bettina Castaño: Kann das gelingen?

Die gebürtige Teufenerin gleitet beim Zäuerli über die Bühne, zaubert Schrittkombinationen aufs Holzparkett, die jede Stepptänzerin vor Neid erblassen liessen. Grazil bewegt sich die Tänzerin auf die Alderbuebe zu. Leidenschaftlicher Flamencotanz bezirzt lüpfige Volksmusik. Da steht das Appenzeller Ensemble nicht zu-rück. Beim Paso Doble zeigt es, dass es Neuem aufgeschlossen ist. So elegant sich Castaño über die Bühne bewegt, so filigran entlockt Walter Alder seinem Hackbrett spanische Rhythmen. Bereits nach diesen Stücken ist das Publikum begeistert.

Zwei Stunden dauert der ungewöhnliche Event, der alle in den Bann zieht. Tänzerin und Musiker zeigen sich frisch, wachsen über sich hinaus. Ihnen allen ist eine unglaubliche Freude an ihrer Kunst an den Gesichtern abzulesen. Blicke verraten, dass das Zusammenspiel zwischen Tanz und Folklore zu einer Liebesbeziehung geworden ist. Bereits 1992 fanden sich die urchige Ländlerkapelle und die Tänzerin in Urnäsch erstmals zusammen. Was damals als Wagnis bezeichnet wurde, hat sich längst bewährt. Seit letztem Jahr touren sie zusammen durch die Schweiz.

Belohnter Kulturkreis

Begeistert von der Darbietung war Urs Bauer vom organisierenden Kulturkreis Wangen-Brüttisellen. Er war während der letztjährigen Künstlermesse in Thun auf die Attraktion aufmerksam geworden und verpflichtete sie vom Platz weg für den Auftritt. Ein richtiger Entscheid sei es gewesen, freut sich Bauer: «Noch nie war der Applaus bei einer unserer Darbietungen so frenetisch. Wir haben den Geschmack des Publikums getroffen.»

„Musik muss gefühlt werden um sie in Tanz umzusetzen.“

Bettina Castaño